Schmerzfaktor Ischias


Nicht zu viel schonen
Schmerzfaktor Ischias

Ein ungeschicktes Bücken, eine ruckartige Drehung – und es ist geschehen: Ein eingequetschter Ischias-Nerv. Bohrende Schmerzen sind die Folge, jede Bewegung fällt schwer. Was bei einem Ischias-Syndrom im Akutfall hilft und wie Sie vorbeugen, erfahren Sie hier. 

Wenn der Ischias-Nerv nervt

Die Hälfte all unserer Nervenimpulse laufen über den Ischias, den größten und dicksten Nerven des menschlichen Körpers. Wird er gereizt oder eingeklemmt, so reagiert er sofort: Vom Gesäß ausgehend strahlen bohrende Schmerzen in die Beine oder Füße hinab. Dabei ist die Schmerzintensität sehr unterschiedlich: „Während manche Menschen nur leichte Schmerzen oder ein Kribbeln verspüren, können sich andere kaum noch bewegen“, erläutert Dr. Bernhard Dickreiter, Facharzt für Rehabilitative Medizin und Naturheilkunde der Gelenk-Klinik Gundelfingen.

Ein Bandscheibenvorfall ist die häufigste Ursache des Ischias-Syndroms (Ischalgie). Weitere Auslöser sind Muskelverspannungen oder verdickte Wirbelgelenke aufgrund von Verschleiß oder Bewegungsmangel. Stress, Rauchen und schwere körperliche Arbeit erhöhen das Risiko zusätzlich.

„Erste Hilfe“ bei Ischias-Syndrom

Bei starken Schmerzen empfehlen Orthopäden folgende „Erste Hilfe“-Maßnahme: Den Rücken flach auf den Boden und die Unterschenkel im Neunziggradwinkel auf einen Stuhl legen bis die Schmerzen nachlassen. Hilfreich sind zudem entzündungshemmende Mittel oder Wärmeanwendungen, beispielsweise durch ein Heizkissen oder eine Wärmflasche unter dem Becken. Absehen sollten Betroffene dagegen von  Kälteanwendungen und Bettruhe. Besser eignen sich maßvolles Gehen oder Laufen, um den Lendenwirbelbereich zu entlasten.

In den meisten Fällen verschwinden die Beschwerden nach einiger Zeit von selbst. Bessert sich der Zustand jedoch nicht innerhalb von zwei Tagen, so sollten Betroffene einen Orthopäden aufsuchen. Zum akuten Notfall wird ein Ischias-Syndrom bei neurologischen Ausfallerscheinungen wie Taubheitsgefühlen oder Lähmungen. Auch wenn Beschwerden mit dem Magen oder Darm hinzukommen, ist es ratsam, sich schnell an einen Orthopäden zu wenden.

Fit dank Rückenschule

Neben der Schmerzbekämpfung stehen Physiotherapie und Entspannungsübungen im Mittelpunkt der Ischias-Behandlung. Empfehlenswert ist zudem der Besuch einer Rückenschule. „Der Patient erfährt hier, wie er seine Körperhaltung verbessert und schwere Lasten richtig anhebt“, erläutert Dr. Dickreiter. „Außerdem lernt er Beweglichkeitsübungen für die Wirbelsäule kennen sowie Trainingsmaßnahmen zur Förderung der Rückenmuskulatur.“ Der Besuch einer Rückenschule hat sich auch bewährt, um Beschwerden am Ischias-Nerv vorzubeugen. Das regelmäßige Training stärkt die Rumpfmuskulatur.

Tipps für den Alltag

Um rückenfreundlich durch den Alltag zu kommen, empfehlen Experten:

  • Regelmäßige Bewegung. Sportarten wie Laufen oder Walken trainieren die Rückenmuskulatur.
  • Schwere Lasten richtig heben. Beim Heben von Getränkekästen, Wäschekörben oder anderen schweren Gegenständen sollte man leicht in die Hocke gehen und die Last bei gestrecktem Rücken und mit gebeugten Armen hochheben.
  • Rückenfreundlich sitzen. Ratsam ist ein rückenfreundlicher Schreibtisch, der aufrechtes Sitzen und Arbeiten ermöglicht. Orthopäden empfehlen, möglichst häufig die Sitzposition zu verändern und zwischen aufrechter, vorgeneigter und zurückgelehnter Haltung zu wechseln.

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Eine Heilpflanze (auch Drogenpflanze oder Arzneipflanze genannt) ist eine Pflanze, die in der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) wegen ihres Gehalts an Wirkstoffen zu Heilzwecken oder zur Linderung von Krankheiten verwendet werden kann. Sie kann als Rohstoff für Phytopharmaka in unterschiedlichen Formen, aber auch für Teezubereitungen, Badezusätze und Kosmetika verwendet werden.

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